Ewige Gelübde von Annette Wiesmann: „Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes“

Am 1. August habe ich in Spanien meine Ewigen Gelübde als missionarische Schwester in unserer Gemeinschaft der Dienerinnen und Diener des Evangeliums abgelegt. Es war die Erfahrung, mich vertrauensvoll ganz dem zu überlassen, der mich gerufen hat und von dessen Liebe mich nichts trennen kann (Römer 8,39).

Wie ich dazu kam, diese Lebensform zu wählen? Es begann, als ich mich als junge Studentin in Münster fragte, was ich in die Welt einbringen kann und wo ich die große Liebe finden würde. Bei einem Berufungstag in einem Kloster, zu dem ich mich neugierig angemeldet hatte, fanden Jesu Worte: „Komm und folge mir nach!“ großen Widerhall in mir. Ich verstand, dass Jesus mich rief, ganz mit ihm und wie er zu leben und mein Leben in den Dienst der Menschen zu stellen.

Als ich begann, auf diesen Ruf mit konkreten Entscheidungen zu antworten, begann das große Abenteuer. Mein Weg führte mich zunächst in die Gemeinschaft nach Köln, dann in die Ausbildungszeit nach Argentinien und Kolumbien. In all diesen Jahren, inmitten der Menschen und zum Teil schwierigsten Situationen, habe ich gesehen, wie Menschen durch die Begegnung mit Gott und im geschwisterlichen Miteinander neue Hoffnung schöpfen, verwandelt werden und ihr Leben neu ausrichten. So ist meine Überzeugung gewachsen, dass das Evangelium die Frohe Botschaft ist, die ich allen Menschen mit meinem Leben verkünden möchte, weil es auf die tiefsten Sehnsüchte unseres Herzens antwortet.

Der Tag der Gelübdefeier war ein großes Fest inmitten unserer Gemeinschaft, meiner Familie und verschiedenen Weggefährten, und die Freude wirkt bis heute nach! Ein Tag, an dem ich dankbar zurückblicken und hoffnungsvoll in die Zukunft schauen konnte und ganz besonders gespürt habe: Gott ist hier, in mir, bei uns, mitten unter uns. Er ist der Grund unserer Freude und Er ist es, der zu uns in der Tiefe unserer Herzen spricht.

Die Sicherheit meines Lebens ist in dem Motto zusammengefasst, das ich für meine Gelübde gewählt habe: „Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die uns in Christus Jesus geschenkt ist.“ Mit dieser Zusage breche ich auch im kommenden Jahr zu meiner neuen Wirkungsstätte nach Togo, Afrika, auf, wo Gott mich schon in meinen togolesischen Geschwistern erwartet und ruft, Seine Liebe, Nähe und Zärtlichkeit konkret erfahrbar zu machen.